Geschichte Weingartens

Kurze Ortsgeschichte Weingarten/Baden

von Klaus Geggus

3000-2200 v.Chr. Siedlungsreste beim Höheforst (Getreidekörner), Feuersteinmesser am „Hohen Bild“
1400-450 v.Chr. Bronze- und Hallstattzeit, ca. 100 Hügelgräber im „Dörnig“ mit reichen Grabbeigaben
480-280 v.Chr. Latènezeit, Siedlungsreste auf dem Turmberg, um 400 v. Chr.  Funde beim Werrabronn
1 n.Chr. Zeitenwende durch Christi Geburt
60-260 Vier römische Gutshöfe, Mauertal, Brettener Grund, Lettenbuckel und obere Mühle
550-700 Alemannischer Friedhof und fränkische Reihengräberfunde in der Ortsmitte
750-850 Weißenburger Klosterhof mit tiefem Gewölbekeller unter der heutigen Grundschule
985 / 991 Erste urkundliche Erwähnung, 985 hat Herzog Otto von Worms dem Kloster Weißen-            burg gewaltsam 68 Dörfer weggenommen, musste sie 991 zurückgeben, bekam sie aber wieder als Lehen. Wgt. hatte eine kleine basilica und hieß: „wingarten ultra renum“
ab 1000 Weingartener Weinbau insbesondere am Petersberg wird mehrmals urkundlich erwähnt
30.10.1262 Erste urkundliche Nennung der Ritter von Schmalenstein, Burg beim alten Schloss
1349 Weingarten kommt zur Kurpfalz, ehemaliges Klostergebäude wird Amtskellerei
1450-1550 Der Weinbau hat Hochkonjunktur, Kloster Herrenalb, Maulbronn, Gottesaue, kurfürstliche Hofkammer und der Deutschorden Mergentheim besitzen Rebland
1441 Die Burg Schmalenstein wird in einem Lehensbrief erwähnt (Ulrich ist 1507 gestorben)
1504 Herzog Ulrich von Württemberg war in Bretten erfolglos, zerstörte aber Weingarten, die stattlichen Fachwerkhäuser und die Kirche wurden aber schnell wieder aufgebaut, die stolzen „Wengarter“ bauten später, ca. 1545 einen zweiten höheren Westturm
1556 Reformation, kath. Pfarrer Schlaginhaufen, bis 1705 wechselt siebenmal die Konfession
1589 Wartturm wird gebaut, 1689 ausgebrannt, im Volksmund „Sauerkrautständer“ genannt
1595 Ältestes Gasthaus zur „Goldenen Krone“ wird erwähnt, später Postkutschenstation
um 1617 Weingarten hatte ca. 2000 Einwohner und war wieder ein reicher Marktflecken
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg, 1622 zerstört Tilly das Dorf, Weingarten wird nach 66 Jahren   wieder katholisch, bis 1665/66 wüten die Pest  und Hungersnöte mehrmals im Ort
1674 Französische Truppen überfallen Weingarten im holländischen Krieg, erneute Armut
1689/92 Pfälzer Erbfolgekrieg um Liselotte von der Pfalz, unter General Melac/Marschall Duras wird Weingarten total niedergebrannt, zeitweise lebten weniger als 50 Menschen im Ort
um 1700 Schweizer Einwanderer unter Pfarrer von Hospital besiedeln den Ort, folgende Namen existieren noch: Schaufelberger, Breitenstein, Koch, Mockler, Siegrist, Streit, Enderle
1705/1707 Pfälz. Religionsedikt, 1698 Simultankirche, östl. Chorturm wird kath. 1m dicke Mauer
1724 Neubau der lutherischen Kirche, die luth. Gemeinde hat 1749 schon 307 Mitglieder
1758/1760 Östl. Chorraum/-turm wird bis zur Trennmauer abgerissen u.d. kath.Barockteil angebaut
1775 Meierhof (Zehntscheuer, Tabaklager, später Elektrofirma Schaffer) wird gebaut
um 1800 Weingarten hat wieder 2058 Einwohner und beachtenswert mehr als 120 Handwerker
1803 Säkularisation; Weingarten wird badisch, Galgen und Grenzsteine werden überflüssig
1819 Kurpf. Amtskellerei (auf Weißenburger Klosterkeller) wird reformierte Knabenschule
1821 Ev. Kirche Baden wird gegründet (Union), Lutherkirche wird jetzt ev. Mädchenschule
1823 Marktbrücke wird unter der Leitung von Tulla gebaut, größter Hochwasserstand 1824
1840 Neue Synagoge wird gebaut, 1875 gab es 162 Juden in Weingarten und 1940 wurden 24      nach Gurs deportiert, die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 demoliert
1841/1842 Im Moor wird Torf gestochen, es entsteht das Torflager (1911/12 weiterer Torfstich)
10.04.1843 Bahnhof wird eingeweiht, es fährt erstmals die Eisenbahn Karlsruhe nach Heidelberg
1848 /1849 Badische Revolution, Pf. Grohe, Ludw. Hill und weitere Weingartener werden verurteilt
1870 /1871 Deutsch- französischer Krieg, 5 gefallene Soldaten (Kriegerdenkmal v.d. alten Kirche)
1875 Postagentur Bahnhofstr.30, ab 1911 kaiserliches Postamt, wird 1970 Fotohaus Dämmer
1876 Erste Simultanschule (heute Fam.Krumes in der Kirchstraße 27) wird eingerichtet
1881-1883 Porzellanfabrik wird gebaut, ab 1919 Papiersackfabrik, jetzt Firma Megaforce
1883 die einstöckige Knabenschule bekommt neues zweites Stockwerk, jetzt für alle Kinder
1906 Es wird für insgesamt 16 Schulräume ein dritter Stock aufgebaut (ausreichend bis 1963)
1891 Lohmühle  wird Krankenhaus (1681 genehmigt, war keine Mehlmühle), heute Apotheke
1895-1899 Bau der neugot.kath. Kirche, Barockteil und einige Bauernhäuser werden abgerissen
um 1900 4091 Einwohner, großer Umbruch, Turm mit Zinnen, neue Kirchen, neues Rathaus
1900/1901 Bau des neuen Rathauses mit Feuerwehrhaus neben dem Gasthaus zum Lamm
1902-1904 Bau der ev. Kirche, altes Kirchlein mit schiefem Turm und  Rathaus werden abgerissen
1902-1904 Bau des Wichernhofs, später Wöchnerinnenstation, Altersheim, heute Maranathahaus
1906 Bau des Wasserreservoir und der Wasserleitungen (Werrabronnquelle liegt 3m höher)
1910 Friedhof auf dem Turmberg, ab 1833 am Lepfes, ab 1580 Durlacherstr. / Tor bis Gößler
1914-1918 Erster Weltkrieg, 185 Kriegsopfer, 109 ev., 66 kath., 7 Juden und 3 ohne Religion
1919 /1920 Elektrifizierung wird durchgeführt, nach dem 2. Weltkrieg wird Ortsrufanlage gebaut
1935 Freibad wird eingeweiht und 2006 geschlossen und zur Walzbachhalle verlagert
1935 Gründung der Winzergenossenschaft Weingarten
1939-1945 Zweiter Weltkrieg, 324 gefallene Soldaten und davon 36 Zivilpersonen
1947 / 1960 Heimatvertriebene/Flüchtlinge kommen nach Wgt., Einwohnerzahl steigt um ca. 2500
1949 Leichenhalle wird eingeweiht, vorher Leichenzüge ab dem Trauerhaus
1952 Sallenbuschsiedlung mit 15 Bauernhäuser bezugsfertig, 1960 Sohlsiedlung mit 8 Häuser
1956 Ehrenmal am Turm wird angebracht, ab 1989 kleines Heimatmuseum im Turm
1957 Winzerkeller wird gebaut, Gründung der Winzergenossenschaft 1935, Winzerfest 1951
1959 Wasserhochbehälter am Katzenberg geht in Betrieb
1963 Neubau Hauptschule, am 4. Mai 1990 wurde die erweiterte Werkrealschule eingeweiht
1965 Verdohlungsbeschluss des Walzbaches, Bürger-und Heimatverein wird gegründet
1968 Walzbachhalle mit neuem Festplatz wird eingeweiht, vorher war Festplatz beim Freibad
1974 Neubau Feuerwehrhaus Ringstr., bis1900 hinter dem alten- dann beim heutigen Rathaus
1976 Verdolung des Baches wird gestoppt, Sanierung der Tullabrücke erfolgt im Jahre 1990
1979 Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Liverdun
1983 Städtepartnerschaft mit der spanischen Gemeinde Olesa de Montserrat
1989 Der Bürger- und Heimatverein Weingarten eröffnet im Wartturm ein Museum
1991 1000-Jahrfeier mit großem historischen Festzug
2000 Einweihung des neugestalteten Rathausplatzes
2001 Fertigstellung der Unterführung Kärcherhalle und Umgestaltung vom Bahnhofumfeld
2002 Die neue CARIX®-Wasseraufbereitungsanlage wird in Betrieb genommen
2002 Errichtung eines Wasserrades am Gailbumber
2004 B3-Umgehung wurde aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen
2007 Neubaugebiet Lohmühlwiesen wird eingeweiht
2007 Kleiberit-Arena geht als neue Sportstätte in Betrieb
2010 Bürgermeisterwahl. Klaus-Dieter Scholz geht nach 24 Jahren in Ruhestand. Neuer BM: Eric Bänziger
2012 Weingarten hat jetzt 10.000 Einwohner
2012 Der Bürger- und Heimatverein Weingarten eröffnet sein Heimatmuseum in der Durlacher Straße 30
2013 Bebauungsplan für das Neubaugebiet Moorblick wird auf den Weg gebracht
2013 Turmbergschule wird Gemeinschaftsschule
2014 Die Badische Weinstraße führt durch Weingarten
2017 Inbetriebnahme des Wasserhochbehälters Katzenberg